Praktische Impulse für den Matheunterricht in der Grundschule – neue Plattform PriMakom

Guter Mathematikunterricht – was heißt das eigentlich? Die neue Selbstlernplattform PriMakom – Primarstufe Mathematik kompakt gibt auf diese Frage vielfältige Antworten – zum Beispiel mit Hilfe von Videos, kommentierten Schülerdokumenten, Hintergrundmaterial und Unterrichtsbeispielen.

Entwickelt wurde die Plattform von einem Team aus DZLM-Mitgliedern an den Standorten Berlin und Dortmund. Elena Zannetin (Foto rechts), wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund, erzählte uns im Interview, was das besondere an PriMakom ist und wem die Seite hilft.

Wie entstand die Idee zur Seite?

Elena Zannetin: In der DZLM-Abteilung 1 Primarstufe denken wir schon länger darüber nach, wie man Lehrpersonen, die Mathematik fachfremd unterrichten, am besten unterstützen kann. Wir wollten für diese Zielgruppe, die keine Lehrbefähigung im Fach Mathematik hat, eine Möglichkeit schaffen, sich in unterschiedlichen Bereichen unkompliziert fortzubilden und so ihren Unterricht zu verbessern. Ziel war es, Überzeugungen zu verändern – also Ängste zu nehmen, Motivation aufzubauen, Wege aufzuzeigen – , und die fachlichen und fachdidaktischen Grundlagen weiter auszubauen. Das Angebot sollte dabei möglichst flexibel sein, so dass man sich unabhängig von Zeit und Ort damit beschäftigen kann.

Für wen ist die PriMakom-Seite noch geeignet?

Zannetin: Die ursprüngliche Zielgruppe der fachfremd Unterrichtenden ist per se sehr heterogen, es gibt da keine einheitliche Definition. Wir denken, dass sich diese Seite auch für Lehrpersonen im Allgemeinen, für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter in ihrer 2. Ausbildungsphase und für Fortbildende eignet. Letztere könnten die präsentierten Inhalte z.B. als Selbstlerneinheiten in ihre Fortbildungen integrieren. Wir wollen bei den Nutzerinnen und Nutzern eine grundlegende Veränderung vom Bild der Mathematik und in der Durchführung von Mathematikunterricht anregen.

Wie macht ihr das und was ist das besondere an PriMakom?

Zannetin: Es handelt sich bei der Seite nicht nur um eine „Materialdatenbank“, sondern um eine Webseite, die durch eine kompakte, exemplarische Darstellung zentraler Themen zur Reflexion über Elemente guten Mathematikunterrichts anregen soll – man verinnerlicht also auf eine sehr anschauliche Art und Weise grundlegende Leitideen, die man immer wieder selbst anwenden und auf andere Bereiche übertragen kann.

Das Team von PriMakomWir bereiten für PriMakom sowohl gute bestehende Fortbildungsangebote zielgruppengerecht auf, als auch neue Inhalte und Materialien. Dabei war es uns wichtig, dass die Nutzerinnen und Nutzer sich auf verschiedenen Ebenen für guten Mathematikunterricht sensibilisieren können – man sieht sich zum Beispiel zum Einstieg einen kurzen Film zu einem grundlegenden Aspekt guten Unterrichts an (z.B. „Kinder rechnen anders“), informiert sich darauf aufbauend konkret über übergreifende Themen (z.B. „Sprachförderung im Mathematikunterricht“) und holt sich dann Impulse für spezifische Inhalte (z.B. „Operationsverständnis“).

Gibt es einen roten Faden in dem sehr umfangreichen Angebot?

Zannetin: Alle Ausführungen folgen strukturell einem einheitlichen Aufbau, an dem die Nutzerinnen und Nutzer sich orientieren können. Die Module sind jeweils in „Einstieg“, „Hintergrund“, Unterricht“ und „Material“ aufgeteilt, so dass eine problemorientierte theoretische und unterrichtspraktische Auseinandersetzung möglich ist. Zentral dabei war das Einbeziehen von Schülerdokumenten oder Videoszenen, um die theoretischen Ausführungen unterrichtspraktisch aufzubereiten – mit echten Beispielen aus dem Schulalltag also. Die Module sollen dabei besonders zu Eigenaktivitäten und kontinuierlicher Selbstreflexion anregen.

Wer hat an der Seite mitgearbeitet?

Zannetin: Bei PriMakom haben zum einen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DZLM mitgewirkt, die schon vieles in Lehrerfortbildungen getestet haben, zu dem Thema forschen und zum Teil auch selbst jahrelang Lehrerinnen und Lehrer waren. Zum anderen haben wir unser Netzwerk genutzt, um auch externe Redakteure für einzelne Bereiche einzubinden. Unterstützt wurde die inhaltliche Arbeit von unserer Abteilung B, die sich um die technische und optische Umsetzung auf der Webseite kümmert. Jetzt sind wir gespannt, wie andere Lehrerinnen und Lehrer sowie Fortbildende mit dem Angebot umgehen und wie wir es noch weiter verbessern können.