Effekte einer berufsbegleitenden fachlichen Fortbildung von Lehrkräften - Stochastik in der Grundschule

ID FP1569
Titel

Effekte einer berufsbegleitenden fachlichen Fortbildung von Lehrkräften - Stochastik in der Grundschule

Forschungsziel/Forschungsfrage Woraus leiten Lehrpersonen ihren fachlichen Fortbildungsbedarf ab? Welche Kriterien nutzen Lehrkräfte für die Einschätzung ihres Kompetenzzuwachses im fachwissenschaftlichen Bereich?
Vorarbeiten Nationale und internationale Vergleichsstudien zeigen, dass die mathematischen Kompetenzen von Kindern – bereits in der Grundschule – ganz entscheidend von den mathematischen Kompetenzen der Lehrpersonen abhängig sind (vgl. z.B. Blömeke et al. 2010). Bundesweit, aber insbesondere in Berlin ist eine sehr heterogene Lehrerschaft gerade in der 6-jährigen Grundschule tätig. Neben Diplomlehrer/-innen Mathematik mit Lehrbefähigung für und Lehrerfahrungen in der Sek I und II unterrichten Grundschullehrkräfte mit unterschiedlichen Ausbildungsanteilen in Mathematik und Fachfremde Mathematik. Veröffentlichungen zeigen, dass insbesondere in Berlin das Fach Mathematik in einem extrem hohen Anteil fachfremd unterrichtet wird. (vgl. Stanat et al. 2012). Die Bildungspolitik hat auf Befunde von Vergleichsuntersuchungen und -studien mit der Formulierung von bundesweit einheitlichen Bildungsstandards, die sich auf inhaltliche und prozessbezogene Kompetenzen beziehen, und ländersspezifischen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung im Unterricht reagiert. Das umfasst Festlegung zu bildungspolitischen Schwerpunkten und ein daran ausgerichtetes Fortbildungsangebot und die Installation eines Beratersystems zur Begleitung von Unterrichtsentwicklung. Fortbildungen im Grundschulbereich wurden seit 2004 vorrangig zu allgemein pädagogischen Inhalten und zur Entwicklung prozessbezogener Kompetenzen durchgeführt. Fachliche Inhalte standen nicht im Mittelpunkt. Untersuchungen zum typischen Planungshandeln von Lehrpersonen (Binner, PLIB 2001) zeigen, dass die mathematischen Inhaltsbereiche Grundlage für schulinterne und persönliche Planungen sind.
Mehrwert Der Kurs orientiert sich an der Leitideen Daten und Zufall und betrachten ihre Relevanz für die 6jährige Grundschule in dem u. a. die inhaltlichen Linienführung des Rahmenlehrplans der Mathematik aufgegriffen wird. Damit wird an typisches Planungshandeln von Lehrpersonen angeknüpft. Der Kurs zur Stochastik in der Grundschule greift einen fachwissenschaftlichen Inhalt auf, der in der Ausbildung der Lehrpersonen keinen oder nur eine geringe Bedeutung hatte. Darüber hinaus wir die Vermittlung dieser Inhalte im Grundschulunterricht im Sinne einer propädeutischen Stochastik betrachtet. Die fachdidaktische Perspektive fokussiert auf die prozessbezogenen mathematischen Kompetenzen und thematisiert deren Bedeutung für die Unterrichtsgestaltung und die individuelle Förderung aller Kinder bezogen auf den diesen mathematischen Inhaltsbereich.
(DZLM-) Typus Wirkungsforschung
Art des Projektes Dissertation
Erstgutachter: 
Prof. Dr. Katja Eilerts
Zweitgutachter: 
Prof. Dr. Marianne Grassmann
Forschungsgegenstand Drei Intensivkurse für Lehrpersonen Berliner Grundschule (6-jährige GS). Laufzeit ein Schulhalbjahr 1. Kurs - 1. Schulhalbjahr 2013/2014 2. Kurs - 2. Schulhalbjahr 2013/2014 3. Kurs - 2. Schulhalbjahr 2014/2015
Kurskonzept, das beforscht wird: Stochastik in der Grundschule
Kurs, der beforscht wird: Stochastik in der Grundschule - Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit
Zielgruppe fachfremd unterrichtende Lehrperson, Mathematiklehrperson
Kursformat Intensivkurs (3 - 5 Tage)
Kompetenzfacetten
  • Professionswissen
Gestaltungsprinzipien Kompetenzorientierung, Teilnehmerorientierung, Lehr-Lern-Vielfalt, Fallbezug, Kooperationsanregung, Reflexionsförderung
Teil der Wirkungskette von Fortbildungen Lehrpersonen
Teil der Wirkungskette bis Kompetenzen Lehrpersonen
Design/Methode

Es wird ein Fortbildungskonzept für Stochastik und der fachliche Kompetenzzuwachs bei Lehrpersonen im Grundschulbereich (6-jährige GS) qualitativ untersucht.
Das Konzept wurde 2013 entwickelt und erstmalig in einem Intensivkurs über ein Schulhalbjahr durchgeführt. Es werden insgesamt drei Wiederholungskurse (2013 - 2015) qualitativ untersucht.

Instrumente

Vorabbefragungen: berufliche Biografie, Erwartungen
Zielscheiben: Fachliche Ziele und Gestaltungsprinzipien des Präsenztages (4 Präsenztage)
Zwischenbefragungen nach Fortbildungsbaustein (Präsenz- + Praxisphase): Fachliche Ziele und Gestaltungsprinzipien

Strukturiertes Leitfadeninterview für deatiliertere Informationen

Status angelaufen
Laufzeit
03.2013 bis 02.2016
geplante Veröffentlichung(en)

DZLM-Jahrestagung 2013 - Vortrag Konzept
mascil-Tagung 2014 - Poster

Verantwortliche Person für Forschung Elke Binner
Verantwortliche Institution(en) für Forschung Humboldt Universität zu Berlin
DZLM beteiligte Abteilung(en) Abteilung 1: Elementarbereich und Primarstufe
DZLM beteiligte Person(en) Elke Binner
Forschungsprojekt ist bereits in öffentlichen Datenbanken erfasst nein
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