Binnendifferenzierung im Mathematikunterricht

Der folgende Steckbrief beschreibt das Kurskonzept, das prinzipiell in allen Bundesländern angeboten werden kann. Bitte wenden Sie sich an die angegebene Ansprechpartnerin oder den Ansprechpartner (siehe rechter Kasten), um zu klären, ob eine tatsächliche Realisierung in Ihrem Bundesland und in dem von Ihnen gewünschten Zeitraum möglich ist. In den im Steckbrief angegebenen Bundesländern stehen DZLM-Referenten prinzipiell zur Verfügung.
Titel Binnendifferenzierung im Mathematikunterricht
Kurzbeschreibung

Lernende sind unterschiedlich, das ist nicht neu.

  • Aber welche dieser Unterschiede sind planungsrelevant für den Unterricht?
  • Wie kann es im Unterrichtsalltag in verkraftbarer Weise gelingen, den individuellen Lernvoraussetzungen, Lernstilen und Lernbedürfnissen besser gerecht zu werden?

Vorgestellt wird ein im Projekt MABIKOM in Niedersachsen entwickeltes und über vier Jahre erprobtes ganzheitliches Unterrichtskonzept mit praktikablen Elementen zur Diagnose und Förderung von mathematischen Kompetenzen in der Sekundarstufe I.

Elemente dieses offenen Differenzierungskonzeptes sind neben Checklisten und Kopfübungen auch speziell konstruierte Aufgabensets mit Wahlmöglichkeiten, Blütenaufgaben für komplexe Übungen, langfristige Hausaufgaben mit Selbstregulationselementen sowie spezielle Feedbacktechniken und Lernprotokolle.

Geförderte Kompetenzen

Ziele:

Die Veranstaltung soll dazu beitragen, einen systematisch aufgebauten und (effektiver als bisher) individuell fördernden Unterricht zu planen und zu gestalten. Ein flexibler Umgang mit Aufgaben steht dabei im Mittelpunkt.

Methodik:

Der Kurs besteht aus 3 Pflicht- und 4 Wahlpflichtmodulen. In den Pflichtmodulen werden Methoden zur Binnendifferenzierung anhand erprobter Beispiele aus dem Projekt MABIKOM für Klasse 5-10 vorgestellt. In den 4 Wahlpflichtmodulen geht es um die Adaption und Gestaltung von analogen Lehr- und Lernmaterialien zur Erprobung im eigenen Unterricht während des Kurses. Sie erhalten individuelles Feedback durch die Kurstrainer/innen sowie die Möglichkeit zur Reflexion und zum Austausch der Erfahrungen mit anderen Kursteilnehmer/innen  in online-Foren des Kurses.

Allgemeine mathematische Kompetenzen nach KMK Bildungsstandards Mathematisch argumentieren [K1], Probleme mathematisch lösen [K2], Mathematisch modellieren [K3], Mathematische Darstellungen verwenden [K4], Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen [K5], Mathematisch kommunizieren [K6]
Leitideen nach KMK Bildungsstandards Ohne Leitideezuordnung
Kursformat Selbstlernkurs
Schulformen Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Gymnasium, Gymnasiale Oberstufe, Berufsbildende Schule
relevanter Bereich/relevante Schulstufen Sekundarstufe
Adressaten fachfremd unterrichtende Lehrperson, Mathematiklehrperson, Multiplikator/-in
Zeitlicher Rahmen der Präsenzphasen

Der Kurs entspricht insgesamt einem Arbeitsaufwand von 4 Fortbildungstagen, pro Woche sind ca. 2 Stunden erforderlich (abhängig von den Vorkenntnissen).

Themen
Referenten

Prof. Dr. Regina Bruder  ist seit 2001 als Universitätsprofessorin an der TU Darmstadt tätig. Davor hat sie über 10 Jahre an der privaten Odenwaldschule als Fachlehrerin für Mathematik und Physik gearbeitet. Sie hat in Potsdam promoviert und habilitiert in der Fachdidaktik der Mathematik. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind die Entwicklung von Unterrichtskonzepten für nachhaltiges Lernen von Mathematik, Kompetenzdiagnostik und Qualitätsentwicklung im E-Learning. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift „mathematik lehren“.

Barbara Krauth ist seit 2015 als abgeordnete Lehrkraft im Fachbereich Mathematik an der TU Darmstadt tätig. Sie hat das Lehramtsstudium für die Fächer Mathematik und Sport mit dem 2. Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium abgeschlossen. Nach vierjähriger Lehrtätigkeit am Abendgymnasium Darmstadt hat sie bis zum Sommer 2015 an der Eleonorenschule Darmstadt (Gymnasium) unterrichtet. Parallel hierzu war sie seit dem Jahr 2001 mit einem teilweise erheblichen Anteil an Stunden abgeordnet für die Projekte SINUS, das Projekt „Kompetenzorientiert Unterrichten in Mathematik“ sowie an die Didaktische Werkstatt (Goethe-Universität,  Frankfurt am Main). In diesen Projekten war sie im Wesentlichen mit der Konzeption und der Durchführung von Lehrer-Fortbildungen beauftragt.

Literatur

Bruder, R. & Reibold, J. (2012): Erfahrungen mit Elementen offener Differenzierung im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I im niedersächsischen Modellprojekt MABIKOM. In: Rebecca Lazarides / Angela Ittel (Hg.) Differenzierung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. Verlag Julius Klinkhardt, S. 67-92.

Bruder, R. & Reibold, J. (2011): Differenzierung im Mathematikunterricht. In: Eisenmann, M./ Grimm, T.: Heterogene Klassen - Differenzierung in Schule und Unterricht. Schneider Verlag Hohengehren, S. 118 - 136.

Bruder, R., Büchter, A.,Leuders, T.: Mathematikunterricht entwickeln. Bausteine für kompetenzorientiertes Unterrichten. Cornelsen Scriptor 2008.

Kiper, H., Miller, S., Palentien, C., Rohlfs, C.(Hrsg.): Lernarrangements für heterogene Gruppen.

Entwickelt von
Urheberschaft

Dieser Kurs wurde im Rahmen des Projekts „MABIKOM“ in Niedersachsen entwickelt und wird nun im Rahmen des DZLM weitergeführt.

Zertifizierung Für diesen beim LSA Hessen („Landesschulamt und Lehrkräfteakademie“) akkreditierten Kurs wird bei regelmäßiger und aktiver Teilnahme an den Kursaktivitäten (Einreichungen und Beteiligung an den Foren) ein Teilnahmezertifikat ausgestellt.