DZLM zu den Ergebnissen der aktuellen PISA-Studie im Fach Mathematik: Positiver Trend – aber noch sehr viel Handlungsbedarf bei der Fortbildung von Lehrkräften

Berlin. Deutsche Schüler haben sich in den vergangenen Jahren im Fach Mathematik verbessern können. Das zeigt die aktuelle PISA-Studie, die am Dienstag vorgestellt wurde. Das ist ein erfreulicher Trend, zu dem möglicherweise die von der Kultusministerkonferenz vorgegebenen Bildungsstandards positiv beigetragen haben. Dennoch liegt Deutschland im PISA-Ranking nach wie vor im Mittelfeld – es gibt also noch viel zu tun. 

Das betrifft nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer. Dazu erklärt Prof. Dr. Jürg Kramer, Mathematiker an der Berliner Humboldt-Universität und Direktor des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM): „Einschlägige Studien zeigen immer wieder, welch wichtige Rolle den Lehrerinnen und Lehrern beim erfolgreichen Lernen im Mathematik-Unterricht zukommt. Von zentraler Bedeutung ist eine solide fachwissenschaftliche und zugleich mathematikdidaktische Ausbildung.“ 

Eine große Rolle spielt die begleitende Fort- und Weiterbildung. Genau hier setzt das DZLM mit seinem Fortbildungsprogramm an. Die Fortbildungen zielen auf eine enge Verzahnung von fachlichen Inhalten, mit innovativen didaktischen Methoden und neuesten pädagogischen Erkenntnissen. „Dies ist zum Beispiel besonders wichtig für Lehrkräfte, die fachfremd unterrichten. Für diesen Fall bietet das DZLM spezifische Veranstaltungen an“, betont Jürg Kramer. „Mit unserem Angebot helfen wir Pädagoginnen und Pädagogen insgesamt dabei, Verständnis und Begeisterung für das Fach Mathematik zu wecken.“ 

Beim bundesweiten Angebot des DZLM steht die Fort- und Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Fokus – also von Lehrkräften, die andere Lehrkräfte fortbilden, beraten und deren Unterrichtsentwicklung unterstützen und begleiten. 

„Bei der Lehreraus- und Fortbildung wirkt sich leider der deutsche Bildungsförderalismus ungünstig aus“, sagt Jürg Kramer. Um eine effektive und wirkungsvolle Strategie für die Lehreraus- und -fortbildung zu entwickeln, wäre eine verstärkte Kooperation und Abstimmung zwischen den Bundesländern wünschenswert. „In jedem Fall benötigen Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Berufsalltag mehr Freiraum als bislang, um regelmäßig an den so wichtigen Fortbildungen teilnehmen zu können“, erklärt der DZLM-Direktor. 

Weitere Informationen zur PISA-Studie 2012: 

www.pisa.tum.de/pisa-2012
http://www.oecd.org/pisa/keyfindings/pisa-2012-results.htm