Wissenschaftsmoderator Harald Lesch: „Mathematikunterricht schon seit 30 Jahren zu theoretisch“

Der besonders durch die ZDF-Sendung „Abenteuer Forschung“ bekannte Wissenschaftsmoderator und Astrophysiker Harald Lesch hat sich auf der Junglehrer (JuLe)-Fachtagung in Berlin für einen praxisorientierten Mathematikunterricht ausgesprochen: „Ich sage schon seit 30 Jahren, dass der Mathematikunterricht viel zu theoretisch ist.“ 

Berlin, 19.02.2015. Er selbst sei als Schüler mit seinen Klassenkameraden in die Stadt hinausgeschickt worden, um herauszufinden, in welchen Bereichen Mathematik überall eine Rolle spielt, und habe dies von der Baustelle bis zur Bank vor Ort selbst herausfinden dürfen, sagte Harald Lesch. „Mathematikunterricht muss auch Strukturen beschreiben, die in der Realität eine Rolle spielen – die Zeitungen sind doch voll von Anlässen dafür“, sagte der erfahrene Wissenschaftsvermittler zum Auftakt seines Vortrags auf der JuLe-Tagung, die eine gemeinsame Veranstaltung von MNU, Tund DZLM war. In ihrem Rahmen fanden unter anderem Workshops zum Einsatz von digitalen Werkzeugen wie Handy und graphikfähigem Taschenrechner im Mathematikunterricht statt. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Wahrscheinlichkeiten anschaulich simulieren, die für Lernende oft Verständnisprobleme darstellen.


Astrophysiker und Wissenschaftsmoderator Harald Lesch hält viel von einem praxisorientierten Matheunterricht (Foto: Stefan Lucks).

In seinem Vortrag „Sind wir allein im Universum?“ beschäftigte sich Lesch dann vor den ca. 200 teilnehmenden Lehrpersonen damit, ob diese Grundfrage für die Motivation des naturwissenschaftlichen Unterrichts allgemein geeignet sei und schloss: „Außerirdische, vollkommen egal ob es sie gibt oder nicht, sind ideale Projektionsflächen für alles, was uns im naturwissenschaftlichen Unterricht interessiert – nicht nur in Physik.“

Der MNU, das Lehrerfortbildungsnetzwerk T3, das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) und die iMINT-Akademie veranstalteten am 14.02.2015 zum dritten Mal die Junglehrer-Fachtagung unter dem Motto „MINT – Lehren und Lernen weiter denken“ am Primo-Levi-Gymnasium Berlin unter Federführung von Mirco Tewes (T3) und Robert Stephani (MNU). Ziel der vier ausrichtenden Institutionen ist es, den Austausch über neue Technologien und Unterrichtsformen im MINT-Unterricht in praxisorientierten Workshops zu fördern.


Das DZLM, eine Initiative der Deutsche Telekom Stiftung, unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen im Fach Mathematik. Der Schwerpunkt liegt auf der Fort- und Weiterbildung von Mulitplikatorinnen und Multiplikatoren. Das DZLM bietet zudem Fortbildungskurse für fachfremd unterrichtende Lehrpersonen und Quereinsteiger, sowie für Elementarpädagoginnen und -pädagogen an. Nähere Informationen unter www.dzlm.de.

Der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e.V. (MNU) ist einer der größten Fachlehrerverbände Deutschlands. Er vertritt die Fachinteressen der Mathematik‐, Biologie‐, Chemie‐, Physik‐ und Informatiklehrer aller Schulformen. Weitere Informationen unter www.mnu.de.

Weitere Information zum Lehrerfortbildungsnetzwerk Teachers Teaching with Technology (T3) finden Sie unter: www.t3deutschland.de.


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