„Es gibt keinen Unterricht ohne Sprache!“ – auch in Mathematik

Vor allem in heterogenen Lerngruppen ist es eine Herausforderung, Lernstoff und Aufgaben so zu formulieren, dass sie alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht „erreichen“. Das Thema „Sprachförderung“ ist demzufolge wichtig für den Mathematikunterricht und stand im Mittelpunkt eines vor kurzem erfolgreich abgeschlossenen Intensivkurses für Lehrerfortbildende des DZLM in Nordrhein-Westfalen.

Sprachförderung und Mathematik gehören zusammen wie der linke zum rechten Schuh – auch wenn man „Sprache“ nicht unbedingt sofort mit Mathematik in Verbindung bringt. Dennoch ist Sprachförderung für Mathematiklehrerinnen und -lehrer ein wichtiges Thema: Es ist eine Herausforderung, mathematische Themenfelder und Aufgaben allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen verständlich zu vermitteln und ihnen dabei zu helfen, Lösungswege zu formulieren. Besonders dann, wenn die Lehrpersonen es im Klassenzimmer mit zunehmend heterogenen Schülergruppen zu tun haben.

Hier setzte die DZLM-Fortbildung "Sprachförderung im Mathematikunterricht – eine zentrale neue Aus- und Fortbildungsherausforderung" an. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus nordrhein-westfälischen Grundschulen haben den Intensivkurs mit drei Präsenzterminen und dazwischen liegenden Erprobungsphasen zwischen Dezember 2014 und Ende September 2015 erfolgreich mit dem DZLM-Zertifikat abgeschlossen. Die Fortbildung fand in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule Soest statt und richtete sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (in NRW auch als „Moderatorinnen und Moderatoren“ bezeichnet), Lehrpersonen sowie Fachleiterinnen und Fachleiter, die ihr Kollegium zu diesem Thema fortbilden möchten. Das Hauptziel war die Konzeption eigener Fortbildungsmodule/Fachseminare zum Thema Sprachförderung im Mathematikunterricht.

„Das Thema Sprachförderung wird immer wichtiger. Diese Maßnahme hat mich befähigt ein Moderationsmodul zu konzipieren, um möglichst viele Kollegien bei dieser Aufgabe zu unterstützen“, sagt Teilnehmerin Silke Sondermann, Leiterin der Fachkonferenz Mathematik an der Essener Christophorusschule und Mathematikmoderatorin für weitere Schulen. Und für Bettina Falkenroth, ebenfalls aus Essen und Rektorin der dortigen Elisabethschule, hat die Fortbildung eine für sie wichtige Erkenntnis verstärkt: „Es gibt keinen Unterricht ohne Sprache! Die aktuellen gesellschaftspolitischen Gegebenheiten machen eine Fokussierung des Themas ‚Sprachförderung‘ unumgänglich. Um die prozessbezogenen Kompetenzen im Fach Mathematik zu aktivieren, ist deshalb eine gezielte Sprachförderung unverzichtbar.“

Neben dem fachlichen Erkenntnisgewinn ist aber auch die Weiterentwicklung der eigenen Multiplikatorentätigkeit ein Mehrwert der Fortbildung. Claudia Kröger, Moderatorin und Mitglied des Kompetenzteams Essen, betont: „Die DZLM-Maßnahmen sind eine gute Möglichkeit seine eigene Arbeit als Moderatorin zu überdenken, neue Impulse und Informationen mitzunehmen und das eigene ‚Netzwerk‘ zu erweitern.“

Information zum Kursablauf:

"Sprachförderung im Mathematikunterricht – eine zentrale neue Aus- und Fortbildungsherausforderung" wird nach dem bewährten Modell der DZLM-Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Intensivkurs durchgeführt und ist in drei Phasen untergliedert:
Phase 1: Einführung in das Thema (u.a.: Sprachliche Anforderungen im Fach Mathematik, ganzheitliche Spracharbeit/Sprachsensible Unterrichtsinteraktion)
Phase 2: Analysen von Unterrichtsgesprächen u.a., Übungen und Input zur fokussierten Spracharbeit
Phase 3: Erfahrungen mit der Erprobung im Unterricht, Erarbeitung von Entwürfen für eigene Fortbildungen und Seminare für das Kollegium u.a.