16 Grundschulerzieherinnen und -erzieher in Pilotprojekt fortgebildet

In Berliner Ganztagsschulen arbeiten neben den Lehrpersonen mittlerweile 5000 Erzieherinnen und Erzieher – und die Ganztagsausrichtung soll nach einem starken Anstieg in den letzten 15 Jahren noch weiter ausgebaut werden. Für diese Zielgruppe gab es bisher jedoch kein spezielles Fortbildungsangebot. Ein Pilotprojekt des DZLM und der SenBJW Berlin schließt diese Lücke.

Holger Thymian von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ist im Länderbeirat des DZLM und setzte sich 2015 zum Ziel, diese Lage mit Hilfe des Zentrums zu ändern. „Ich wusste, dass das DZLM zwar hauptsächlich Mathematik-Lehrpersonen fortbildet, aber auch spezielle Kurse für Erzieherinnen und Erzieher sowie fachfremd unterrichtende Grundschullehrpersonen anbietet. Das erschien mir die perfekte Kombination für diese Zielgruppe.“

So bildeten sich von September 2015 bis Juni 2016 in einem Pilotprojekt der Professorin Katja Eilerts aus der DZLM-Abteilung „Elementarbereich und Primarstufe” unter Beteiligung von Petra Scherer (Abteilung D: „Inklusion und Risikoschüler“) und Bettina Rösken-Winter (Abteilung C: „Begleitforschung und Evaluation“) 16 koordinierende Erzieherinnen und Erzieher in der Ganztagsbetreuung der Grundschule am Beispiel des Fachs Mathematik fort – in insgesamt acht Präsenz- und zusätzlichen Praxisphasen.

Fachbezogen fördern – Wissen weitergeben 

In Modulen u. a. zu Heterogenität und Inklusion, Deutsch als Zweitsprache, Lernumgebungen am Nachmittag, Seminargestaltung und Mathematik im Alltag bereiteten sich die Teilnehmenden als koordinierende Erzieherinnen und Erzieher auch darauf vor, ihr Wissen an andere Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben – ein wichtiges Anliegen des DZLM, das sich besonders für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einsetzt.

Ziel der Fortbildung war eine Steigerung der Qualität der Begleitung und Unterstützung des individuellen außerunterrichtlichen Lernens der Schülerinnen und Schüler – im Rahmen der Ganztagsbetreuung an Grundschulen und unter dem Fokus der aktuellen „Schule der Vielfalt“ (KMK & HRK, 2015). Dafür wurde eine professionelle Weiterbildung zur fachbezogenen Förderung und Hausaufgabenbetreuung entwickelt.

Darüber hinaus war es der Projektleiterin wichtig, die Teilnehmenden in Form von Beratung, Information und Fortbildung dabei zu unterstützen, selbständig Konzepte zu entwickeln. Beratung und Austausch hören aber auch nach dem Ende der Fortbildungsreihe nicht auf: im November treffen sich die Teilnehmenden und Kursleiterinnen im Rahmen einer Supervision, um sich gemeinsam über Erfahrungen und Probleme in der Praxis auszutauschen.