Von Anfang an im Team arbeiten – PLG-Begleiterinnen und -Begleiter in Sindelfingen ausgebildet

Die Art, wie Lehramtsanwärterinnen und -anwärter der Grundschule ausgebildet werden, wird am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GS) Sindelfingen stetig weiterentwickelt, dabei werden vermehrt kooperative Ansätze genutzt, wie zum Beispiel das Arbeiten in Professionellen Lerngemeinschaften (PLGen).

Das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) durfte diesen Innovationsprozess langfristig begleiten – mit einer Fortbildungsreihe zur Begleitung von PLGen, die DZLM-Mitglied Bettina Rösken-Winter von April 2016 bis Januar 2017 gestaltete. Die 26 teilnehmenden Lehrerausbildenden erhielten nun am Dienstag, den 31. Januar 2017 in Sindelfingen ihre Zertifikate als ausgebildete PLG-Begleiterinnen und
-Begleiter.

Für Seminarleiter Ulrich Stoltenburg passt das PLG-Konzept gut in die Innovationsprozesse am Seminar: „Im Rahmen der Neuausrichtung unserer Seminarausbildung haben wir Schulpraxistage eingeführt, zu denen an den aktuellen Unterrichtsthemen der Auszubildenden gearbeitet wird. Die Konzeption der Schulpraxistage folgt dabei der Grundidee Professioneller Lerngemeinschaften.“

„Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer erfahren nun schon während ihrer Ausbildungsphase wie Unterricht durch das Arbeiten in PLGen gemeinsam entwickelt werden kann und nehmen dabei eine forschende Haltung ein“, ergänzt Bettina Rösken-Winter. Mit der Ausrichtung der Lehramtsausbildung auf kooperative Unterrichtsentwicklung wird dabei ein wichtiger Grundstein für das spätere Berufsleben gelegt.

Teilnehmerin Carolin Reiser hatte den Eindruck, dass das Konzept der PLG für die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter komplett neu und ungewohnt war, „es wurde ihnen aber im Laufe der Zeit immer klarer, was das Ziel ist: gemeinsame Planung und gegenseitige Unterstützung. Wichtig war ihnen dabei, den gemeinsam entwickelten Unterricht auch direkt praktisch umsetzen zu können.“ Ihre Kollegin Elisabeth Ott hatte schon in ihrer eigenen Ausbildungszeit die Hoffnung, dass sich Klassenzimmertüren öffnen und man sich mehr austauscht. „Ich merke aber schon, dass die strukturierte Teamarbeit heute ganz konkret zunimmt und finde es sehr gut und wichtig, dass die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer schon in ihrer Ausbildung den Wert von Teamarbeit kennenlernen.“

Auch Kollegin Ulrike Förster sieht das Berufsbild des Lehrenden hier im Wandel: „In den letzten Jahren wurde die Fähigkeit zur Teamarbeit besonders durch neue Herausforderungen wie die Inklusion immer wichtiger, schließlich arbeiten wir hier in multiprofessionellen Teams, zum Beispiel mit Sonderpädagoginnen und -pädagogen.“