40 Schulen gelingt die Aufarbeitung von mathematischen Verstehenslücken – Diagnose- und Förderkonzept „Mathe sicher können“ positiv evaluiert

Einmal Schwierigkeiten in Mathematik, immer Schwierigkeiten? Etwa 20 % der Kinder haben schon zu Beginn der Klasse 5 so große Defizite in den mathematischen Verstehensgrundlagen, dass sie kaum weiterlernen können.

Das Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts der TU Dortmund hat deshalb das Diagnose- und Förderkonzept „Mathe sicher können“ entwickelt, mit dem diese Verstehenslücken aufgearbeitet werden können. Seit 2014 wurde das Konzept unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) an 40 Schulen implementiert. Die externe Evaluation durch das Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) lieferte nun eine wissenschaftliche Bestätigung, dass schwache Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderkonzept mehr dazu lernen als die Kontrollgruppen.

„Die ersten Ergebnisse der zweiten Leistungsüberprüfung der Lernenden sind insbesondere mit Blick auf den sehr kurzen zeitlichen Abstand zwischen den beiden Testungen erfreulich“, sagt Prof. Dr. Susanne Prediger, Projektleiterin an der TU Dortmund. Auch der zweite Projektleiter, Prof. Dr. Christoph Selter freut sich: „Sie weisen darauf hin, dass der wissenschaftlich begleitete Einsatz der entwickelten Diagnose- und Fördermaterialien eine positive Wirkung zeigt.“ In Zukunft soll das Konzept daher weiterverbreitet werden.

Am 05.07.2017 findet an der TU Dortmund die Abschlusstagung der ersten Implementationsphase statt. Die beteiligten Lehrkräfte und ihre Netzwerkbegleiterinnen feiern den Erfolg und schauen auch nach vorne: Vorgestellt werden weitere neue Materialien zum Sachrechnen. Zudem werden alle „Mathe sicher können“-Lehrkräfte zertifiziert.
 

Zum Projekt

Das Projekt „Mathe sicher können“ wird seit 2011 von der Deutsche Telekom Stiftung gefördert. Es adressiert leistungsschwache Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik sowie deren Lehrkräfte. Für die Aufarbeitung von mathematischer Verstehensgrundlagen und Basiskompetenzen wurden Diagnose- und Fördermaterialien in den Bereichen „Natürliche Zahlen“, „Brüche, Prozente und Dezimalzahlen“ sowie „Sachrechnen“ entwickelt, erprobt und implementiert an 40 Schulen der nicht-gymnasialen Schulformen der Sekundarstufe I. In den nächsten Jahren wird die Implementation mit weiteren Projektschulen fortgeführt und auf auch Grundschulen ausgeweitet, damit es erst gar nicht zu diesen Rechenschwierigkeiten kommt.

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