Sprachförderung im Matheunterricht – Eröffnung neue 2-jährige Kooperation in Thüringen

Mit einer großen Eröffnungstagung feiern das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) und das Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport am heutigen Freitag ein neues 2-jähriges Kooperationsprojekt mit 11 Schulen. Ziel sind forschungsbasierte, praxistaugliche Unterrichtskonzepte zur Sprachförderung speziell im Mathematikunterricht, die nachhaltig eingesetzt werden.

Berlin/Erfurt/Dortmund, 08.09.2017: Jugendliche, die bildungssprachlich stark sind, zeigen deutlich bessere Mathematikleistungen als bildungssprachlich Schwache – unabhängig davon, ob diese mehrsprachig mit Migrationshintergrund aufwachsen oder einsprachig in bildungsfernen Elternhäusern. Ein neues Projekt des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) in Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat sich jetzt zum Ziel gesetzt, forschungsbasierte, praxistaugliche Unterrichtskonzepte auszuarbeiten und durch Professionalisierungsangebote nachhaltig zu verankern.

In vielen Bundesländern wurde die Sprachbildung als Querschnittsaufgabe aller Fächer in die Lehrpläne integriert und damit ein erster Schritt gemacht, um Bildungsungerechtigkeiten zu reduzieren. Durch das Projekt „SIMA – Professionalisierungsprozesse zur Sprachbildung im Mathematikunterricht“ sollen in den kommenden zwei Jahren nun speziell die Mathematikleistungen benachteiligter Jugendlicher gesteigert werden. Dafür werden zunächst 11 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, am Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts Dortmund (IEEM) entwickelte Unterrichtseinheiten an Partnerschulen und Studienseminaren in Thüringen erprobt und die initiierten Prozesse beforscht, um Unterricht weiter entwickeln zu können.

Projektleiterin Prof. Dr. Susanne Prediger vom DZLM-Standort am IEEM der TU Dortmund: „Am Beispiel des Leitfachs Mathematik wollen wir genauer ermitteln, welche Sprachmittel notwendig sind und wie diese so gefördert werden können, dass sie das Fachlernen stärken können. Außerdem müssen wir noch besser verstehen, was Mathematiklehrpersonen davon leicht in ihren Unterricht integrieren können, und wo weitere Unterstützung notwendig ist.“

Das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) ist die erste bundesländerübergreifende Anlaufstelle für die Lehrerfortbildung Mathematik, initiiert von der Deutsche Telekom Stiftung. Forschungsbasiert und praxisnah entwickelt das DZLM Fortbildungsprogramme für alle Schulstufen, um diese in Kooperation mit den Bundesländern und Bildungseinrichtungen durchzuführen, weiter zu beforschen und kontinuierlich zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf langfristigen Angeboten für Lehrende, die andere fortbilden und begleiten. www.dzlm.de

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport verbindet im Schulentwicklungsprojekt SIMA die Landesinitiative „SINUS-Thüringen“ mit den Projekten „Mathematiklernen unter Bedingungen der Mehrsprachigkeit“ (MuM) sowie „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS). Die so in Thüringen entstehenden Synergien durch die Einbeziehung von Fachberatern und Seminarleitern im Unterrichtsfach Mathematik, ermöglichen die weitere Stärkung des mathematischen Unterrichts und überführen die aktuellen Forschungsergebnisse in die Schulpraxis.

Kontakt:

Deutsches Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM)
Dr. Regine Brandtner (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Humboldt-Universität zu Berlin
Tel.:  030 2093 47984
E-Mail: presse@dzlm.de
www.dzlm.de
www.twitter.com/dzlmathe
www.facebook.com/dzlmathe

Prof. Dr. Susanne Prediger
Technische Universität Dortmund
Institut für Entwicklung und Erforschung 
des Mathematikunterrichts (IEEM) / DZLM
Tel.: 0231 755 4383
E-Mail: prediger@math.uni-dortmund.de

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Silke Fließ (Pressereferentin)
Werner-Seelenbinder-Straße 7
99096 Erfurt
Tel: 0361 37-94133
E-Mail: silke.fliess@tmbjs.thueringen.de
www.tmbjs.de