Expertenkommission empfiehlt Stärkung von forschungsbasierten, fachdidaktischen Konzepten für Unterricht, Fortbildung und Qualifizierung


Gestern hat die Expertenkommission unter Leitung von Olaf Köller und Mitwirkung von Susanne Prediger (TU Dortmund & DZLM) ihren Bericht zur Steigerung der Qualität von Bildung und Unterricht an Berliner Kitas und Schulen an die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres übergeben. Im Fokus standen hierbei die beiden Fächer Deutsch und Mathematik. Die Bildungsqualität wird auf Unterrichts-, Fortbildungs-, Qualifizierungs- und Systemebene betrachtet, ergänzt um Empfehlungen für die frühkindliche Bildung.

 

Unterrichtsebene | Fokus auf die forschungsbasierte Förderung von Verstehensgrundlagen

Für das Fach Mathematik wird u.a. eine Fokus auf die Förderung von Verstehensgrundlagen empfohlen, wie sie in bestehenden Programmen wie Mathe sicher können 3-6  oder Mathe sicher können 6/7, umgesetzt werden. Für höhere Klassenstufen wäre der Einsatz von forschungsbasierten, diagnosegeleiteten Förderprogrammen förderlich. Da diese Programme noch nicht vorliegen, sollte deren schnelle Entwicklung und Implementierung anvisiert werden. Es empfiehlt sich hierbei auf bestehenden Diagnosetools, wie dem SMART-Test von Stacey und Kollegen, aufzubauen und beides gemeinsam dann zu implementieren. Darüber hinaus wird eine Stärkung der Forschungsbasierung für Unterrichtskonzepte und die Einbindung von Forschungserkenntnissen hinsichtlich Basiskompetenzen in die Berliner Lehrpläne empfohlen.

 

Fortbildungs- und Qualifizierungsebene | Kohärente, forschungsbasierte Programme

Damit die Förderprogramme im Unterricht ankommen, wird empfohlen, diese eng mit Fortbildungsmaterialien für Lehrkräfte zu verzahnen. Die Fortbildungsprogramme sollten, wie die Unterrichtskonzepte, forschungsbasiert sein, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit entsprechender Expertise entwickelt werden und eine kohärente modulare Programmstruktur aufweisen. Auf Qualifizierungsebene wird eine Ausweitung bereits bestehender Programmstrukturen, beispielsweise zur Förderung von Basiskompetenzen, angestrebt.

 

Systemebene | Landesinstitut als zentrale Anlaufstelle für Schulen

Damit Fortbildungs- und Qualifizierungsprogramme besser koordiniert und aufeinander abgestimmt werden können, wird empfohlen ein Landesinstitut für Berlin zu gründen. In Anlehnung an Modelle aus Hamburg oder Baden-Württemberg, soll so eine kohärente Struktur für Fortbildungen und Qualifizierungen geschaffen werden, die den Bedarfen der Schulen noch besser begegnet, Angebote bündelt und zentral koordiniert.   

 

Frühe Mathematische Bildung | Bedarfsorientierte Fortbildungsoffensive für frühpädagogische Fachkräfte, Fachberatungen und Fachschullehrkräfte

In Alltags- und Spielsituationen in Kindertagesstätten gibt es eine Fülle an Situationen mit mathematischem Gehalt. Diese müssen von frühpädagogischen Fachkräften erkannt und so interpretiert werden, dass sie sie als Bildungssituationen für die Kinder gestalten können. Dafür wird eine bedarfsorientierte Fortbildungsoffensive empfohlen, welche die pädagogische Qualität weiter verbessert. Fortbildungskonzepte sollten auf wissenschaftlichen Kriterien und Evidenzbasierung beruhen. Darüber hinaus sollten für die Qualifikation von Fachberatungen und Fachschullehrkräften verbindliche Standards entwickelt werden.

 

Alle Ergebnisse sind im Bericht der Expertenkommission erfasst, die Pressemitteilung gibt einen Überblick.